Wenn man in ein Krankenhaus geht, sollte man eigentlich erwarten, dass einem dort geholfen wird, und dass man gesund zurück kehrt. Nicht so bei mir und meinem linken Fuss, mit dem ich eine Woche im Prosper Hospital in Recklinghausen lag. Lesen Sie, was mir dort passiert ist. Bitte beachten Sie: Das sind lediglich Skizzen, die noch der Ergänzung bedürfen.

*****

12.06.2015. Mein 50. Geburtstag; Foto: ProsperAm 8. Juni 2015 begab ich mich auf Anraten eines Chirurgen in erwähntes Haus, da mein linker Fuß stark entzündet war und sich schon am Außenrist sowie unter der Sohle nekroses Fleisch gebildet hatte. Der Chirurg traute sich keine Behandlung zu und empfahl mir das Prosper, da er dort gelernt hatte. Eine Woche später warf mich der Chefarzt der Chirurgie aus. Ich hatte Glück, dass der Fuß nicht amputiert werden musste. Zudem werde ich mir einen anderen Arzt suchen, denn auf solche Empfehlungen möchte ich in Zukunft verzichten.Die Aufnahme entstand am vierten Tag nach meiner Einlieferung, kurz bevor der Chefarzt der Unfallchirurgie, Dr. Jens Jakschik, versucht hatte mich gegen meinen willen zu entlassen  Dabei hielt ihm die Assistrenzärztzin Dorethée Broß quasi die Stange und unterzeichnete die Entlassung mit. Es war übrigens mein 50. Geburtstag. Es gibt schönere Geschenke. Wenigstens war das Personal so nett und aufmerksam und hat mir gratuliert. Als Geschenk gab’s zum Frühstück ein Täfelchen Schokolade. Die Glückwünsche der Ärzte kamen erst später, als der Fuß verbunden werden sollte. Da habe ich dann auch drauf verzichtet.

 

Der Herr Doktor wollte mich doch tatsächlich zu Boden schleudern, was aber schlecht ging, da ich ja dort schon lag. Um seinen Vorwurf des Complianceversagens zu rechtfertigen, erklärte Herr Dr. Jakschik mir zudem, er habe das Recht auf Patientenwahl.Dr Jakschick  meinte übrigens, das sei eine kleine Fleischwunde, die man ganz gut zuhause versorgen könne. Das mache ich beim nächsten Mal auch, Denn wie man hier sieht, geht das ja auch ganz gut, und es wäre dann mein ganz persönlicher Beitrag zur Kostensenkung im Gesundheitswesen. Man darf halt nur nicht so zimperlich sein.Zudem hätte ich ja angeblich auch in der Urologie schon Hausverbot. Das war vor vier Jahren. Da ich hatte dort eine OP durchführen lassen und hielten mich die Ärzte vier Stunden länger als nötig fest. Ich vermute mal, das lag eine meinem hohen Nüchternblutzuckerwert, der bei 300 lag. Ich verbrachte einen ganzen Tag dort für eine OP, die normalerweise ambulant drei bis vier Stunden dauert; Aufwachen inklusive. Draußen war an diesem Tag strahlender Sonnenschein, Kaiserwetter sozusagen. Ich empfand das als Freiheitsberaubung und teilte es der Geschäftsführung auch so mit. Natürlich haben sie sich nichts davon angenommen. Als Patient hat man in solchen Sachen halt immer relativ schlechte Karten. Aufgrund dieses Vorfalls hatte ich schon von vornherein Bedenken gegen das Prosper, als der Chirurg, zu dem ich normalerweise immer gehe, und der mich eingewiesen hatte. Ich teilte ihm diese Bedenken auch mit, stellte sie aber angesichts der Schwere der Verletzung zurück. Im Nachhinein glaube ich, der erste Gedanke ist noch immer der beste. Daher widmete ich auch schon damals dem Prosper diese Website, fand aber noch keine rechte Verwendung dafür. Jetzt hab ich sie.Ich denke einfach mal, Dr. Jakschik war nicht darüber begeistert, dass ich am 10. Juni morgens bei seiner Chefsekretärin einen Kaffee bestellt hatte, nachdem ich eine Stunde  gewartet habe, ohne dass auf meinem Klingelruf reagiert wurde. Nun ist diese Kaffeebestellung ja noch relativ harmlos, aber was wäre eigentlich gewesen, wenn es ein echter Notfall gewesen wäre? Immerhin hat es funktioniert. Nach etwa zehn Minuten kam jemand und brachte mir den gewünschten Kaffee.


"Herr Doktor, Herr Doktor, der Patient von Zimmer 13 ist gestorben!"
"Na, jetzt übertreibt er aber."


Dr. Jakschik meinte bei der Entlassung übrigens, die Wunde sei eine Kleinigkeit und man könne sie ambulant zuhause versorgen. Als ich diese Worte den Ärzten im Elisabeth Krankenhaus vortrug, reagierten sie mit einem Kopfschütteln und einer gewissen Ungläubigkeit. Auch sie gaben übrigens dem Fuß keine Garantie. Aber wenigstens haben sie es versucht, und das zählt.Als ich mich am Sonntag, dem 14.6.2015, über das obige Verhalten von Dr. Jakschik am Freitag beschwerte, sendete ich die Mail versehentlich auch an die Chirurgie, obwohl sie für meine Krankenkasse bestimmt war. In besagter Mail schrieb ich auch, dass ich den Eindruck hatte, ich habe irgendwie eine Art  Majestätsbeleidigung begangen. Und deswegen meinte der Doktor wohl, ein Exempel an mir statuieren zu müssen. Selbst wenn ich mich vielleicht falsch oder nicht schön verhalten habe, so stellt sich doch die Frage, ob ein Chefarzt nicht so professionell sein muss und angesichts der Schwere einer solchen Verletzung persönliche Animositäten zurückstellen muss. Außerdem frage ich mich, ob es für das Prosper profitabler gewesen wäre, wenn sie mir den Fuß ab genommen hätten.Darüber kann ich allerdings nur spekulieren. Wie dem auch sei: Ich finde immer noch, so etwas tut man nicht und schickt einen Patienten mit einer solch erheblichen Wunde nach Hause. Das ist für mich die unterlassene Hilfeleistung und gefährliche bzw. fahrlässige Körperverletzung. Und vielleicht sollte man ihm und der mitunterzeichnerin, Dorothee Broß, sogar die Approbation wegen charakterlicher Ungeeignetheit entziehen. Ich arbeitet dran.Hier fehlte dem Doktor nicht nur Takt, Empathie und Anstand, sondern auch noch das Gefühl für Dankbarkeit. Bedenken Sie, was es gekostet hätte, wenn er (oder die Verwaltung) einen Unternehmensberater mit der Überprufung der Organisationsabläufe in dieser Abteilung beauftragt hätte. Aber vielleicht zeigt sich ja wenigstens die Geschäftsleitung des Krankenhauses erkenntlich und zahlt mir ein adäquates Honorar für meine Tipps zur Qualitätsverbesserung. Denn mit dieser Kaffeebestellung habe ich ihr ja so ganz nebenbei unabsichtlich - und umsonst - die Missstände und den Handlungsbedarf in der Abteilung aufgezeigt. Doch was war indes des Doktors Lohn? Undank. Reiner Undank! Meine Krankenkasse überwies übrigens 2.514,83 Euro an das Prosper. Das Elisabeth-Krankenhaus erhielt ein Vielfaches. 10.280,03 Euro, um genau zu sein. Das ist alles netto, denn Krankenhäuser sind nach § 4 Nr. 14 Buchst. a UStG von der Umsatzsteuer befreit  konnte mir die Krankenkasse nicht sagen. Aber dort lag ich ja auch länger. Hinzu kamen noch Gelder für die Nachbetreuung und das zunächst tägliche Verbinden durch den Pflegedienst. Ich notiere das, damit man mal so weiß, welche Summen da im Spiel waren. Bin schon quasi ein Goldfüßler.
"Preise wie im Puff!", dachte ich mir, als die Krankenkasse mir die Summe nannte. Allerdings kam in dem Etablissement wenig Spaß auf. Und ich denke, es schickt sich dann auch nicht, dem Patienten Vorhaltungen zu machen, wenn im was nicht gefällt, denn ich finde, er kann schon eine adäquate Gegenleistung für das Geld der Versicherung verlangen. Das war meiner Ansicht nicht der Fall. So gesehen erinnert mich das Prosper nicht an einen Ort, an dem einen geholfen wird, sondern eher an eine Bumsbude, die den Patienten fickt und abzockt. Vielleicht sollten aber die Ärzte in punkto Hinwendung, zum Patienten, Diskretion, Kommunikation, Wertschätzung und Takt von den Damen  aus dem Rotlichmilieu lernen. Das wäre durchaus noch Luft nach oben.

Aber wohin würde das bloß führen? Dann wären Krankenhäuser ja eher Freudenhäuser und die Pflegerinnen Freudenmädchen. Immerhin würden sie dann wohl mehr verdienen.Und wenn man sich dann über die Qualität bzw das Ambiente des Aufenthalts im Krankenhaus beschwert, kriegt man auch von Angehörigen - immer den Spruch "Sie sind ja hier nicht im Hotel." zu hören. Boh ey, da kriegt ich einen richtigen Hals! Natürlich ist man in einem Krankenhaus in einem Hotel! Denn so eine Einrichtung ist doch schließlich nur ein Beherbergungsbetrieb mit medizinischer Facheinrichtung oder umgekehrt: eine medizinische Facheinrichtung mit Hotelbetrieb - oder etwa nicht?Manchmal frage ich mich allerdings, ob ich dem Chefarzt, statt ihn zu verklagen, aber nicht noch einen dicken Blumenstrauß schenken sollte. Schließlich war er ja quasi der Impulsgeber, dass ich in ein anderes Krankenhaus ging, in dem ihr geholfen wurde. Die pflegerische Betreuung im Prosper war übrigens sehr gut. Aber ehrlich gesagt, ich war ja auch nicht besonders begeistert davon, ins Prosper zu gehen.Natürlich wandte ich mich in dieser Causa an die Schlichtungskommission der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Diese schrieb mir, da der Doktor Jakschick nicht sein Einverständnis gegeben hatte, könne sie auch nicht tätig werden. So ist das. Der Frosch miss also gefragt werden, und sein Einverständnis geben, damit der Sumpf trocken gelegt werden kann. Meine Empfehlung an die Gutachterkommission ist die dass, sie auf eine Freiwilligkeit des Angeklagten/Beschuldigten verzichten sollte , denn sonst kann also leicht der Eindruck entstehen, dass hier  eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Zumindest bleibt da ein Geschmäcke.Wo gibt es das sonst, dass der Angeklagte seinem Verfahren zustimmen muss? Doch wohl nur in einer Bananenrepublik

*****

Im Elisabeth-Krankenhaus hatte ich die erste Nacht in einem Einzelzimmer verbracht – der Keime wegen, die ich mir im Prosper möglicherweise hätte einfangen können. Es wurde allerdings nichts gefunden. Ich persönlich sehe das mit den Keimen im Krankenhaus ja etwas unverkrampfter. Die Welt braucht schließlich Schmutzfinken, denn sonst würden die Saubermänner den Laden übernehmen". Eine alte VW-Weisheit. Die Desinfektionsspender in den Krankenhäusern habe ich noch nie benutzt. Dann wurde ich auf ein anderes Zimmer verlegt. Einem Mitpatienten, wird am morgigen Donnerstag, übrigens der linke Fuß amputiert. Ob das jetzt reiner Zufall oder eine besondere Form des Ärztehumors war, weiß ich nicht. Mir wurde jedenfalls ganz anders. Allerdings sah dessen Fuß auch ziemlich schlimm aus. Vorne waren bereits einige Zehen amputiert und am Außenrist fehlte auch schon Einiges. Zudem klaffte in der Hacke ein keilförmiges Loch. Dass so etwas habe ich auch noch nie gesehen. Ein Schnaps wäre jetzt nicht schlecht gewesen. Und nüchtern sein ist schließlich auch nicht besser.

(17.06.15) Das Bild stammt vom Tag nach der Aufnahme im Elisabeth Krankenhaus. Schön ist anders.  Hier oben rechts am Hühnerauge sieht man den Grund allen Übels. Weil eine Wunde, die ich mir vor einem Jahr zugezogen hatte, nicht richtig ausgeheilt ist wollte ich den Ballen entlasten, und ging deswegen auf dem Außenrist. Dadurch muss es wohl zur Entzündung dort gekommen sein. Dumm gelaufen, denn da habe ich quasi den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Wie ich mir das Loch in der Sohle indes zugezogen habe, ist mir jedoch bis heute noch ein Rätsel.

 

 

 

01.07.15 Pfui Deibel, da wird einem ja echt schlecht. Das war nach der ersten OP. Foto: EK Süd.

Der Behandlungsfehler des Prospers lag  wohl eher darin, dass nichts getan wurde. So wurde zum Beispiel keine Untersuchung gemacht, ob meine Durchblutung in Ordnung ist, was ja bei Diabetikern wie mir sehr wichtig ist. Im Elisabeth-Krankenhaus Recklinghausen Süd hingegen schon. Sie war sehr gut. Auch wurden mir im Prosper keine Mittel zur Förderung der Durchblutung verabreicht. Im EK bekam ich direkt nach meiner Einlieferung Provastin und Heparin. Ebenso wurde mit der Verabreichung von Antibiotika (als Infusion) im Prosper erst am Morgen nach meiner Einlieferung begonnen. Im Elisabeth Krankenhaus wurden auch Entzündungsparameter im dreistelligen Bereich festgestellt. Sie normalisierten sich kurz vor der Operation am 19. Juni. Natürlich wollte ich ein derartiges unverschämtes Verhalten des Chefarztes nicht auf mich sitzen lassen, und legte juristische Mittel ein. So stellte ich bei der Staatsanwaltschaft Bochum einen Strafantrag wegen doch dieser wurde abgelehnt, weil kein körperlicher Schadnbe entstanden ist und ein öffentliches Interesse besteheGegen diese Entscheidung habe ich wiederum bei der Generalstaatsanwaltschft Hamm Widerspruch eingelegt, der ebenfalls abgelehnt wurde. Auch die Gutachterkommission der Ärztekammer Westfalen Lippe wollte sich des Falles nicht annehmen, denn laut Satzung muss der betroffene Arzt einen Schlichtungsverfahren zustimmen. Das hat Dr. Jaschisck abgelehnt. Ist ja auch klar, denn welcher Frosch hat es schon gerne, wenn man seinen Sumpf trocken liegt. Überdies sollten sich die Gutachter überlegen, ob man diese Passage nicht ganz aus dem Verfahren streicht. Denn sonst könnte der Eindruck entstehen, die Gutachterkommission sei nur eine Alibiveranstaltung, um die Patienten zu beruhigen, die letztendlich nach dem Motto "eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" verfährt. Und wo gibt es das eigentlich, dass der Dieb vorher gefragt wird, ob ihm der Prozess gemacht werden soll? Nun habe ich über meine Kranken den medizinischen Dienst der Krankenkasse beauftragt, sich des Falles anzunehmen. Überdies möchte ich an dieser Stelle eine kritische Bemerkung auch zu Krankenkassen machen. Sicher, sie hat alles in diesem Fall bezahlt, und materiell gesehen fehlt es mir so an nichts. Doch es ist noch immer ein dummes Gefühl, wenn man irgendwie den Eindruck hat, dass die Krankenkassen teilnahmslos diesem Unrecht zusehen, und den Patienten nicht aktiver darin unterstützen, die Verantwortlichen hier zur Rechenschaft zu ziehen. Ich hatte fast immer den Eindruck, man müsse meine Krankenkasse zum "Jagen tragen". Das sollte in Zukunft anders sein/werden.Das ist eigentlich recht verwunderlich, denn ansonsten hat sie sich in der Sache sehr kooperativ verhalten und alle Schadensfälle bislang bei mir problemlos ersetzt. ebenso hatte ich in der Vergangenheit Probleme mit ihr. Auch hier gibt es also noch Optimierungsbedarf.

 

 (01.07.2015) Uii, ich schätze mal, das Loch ist fast so groß wie eine Olympiamedaille und etwa zwei bis drei Zentimeter tief. Aber für welche Disziplin? Verschleppen? Sorglosigkeit? Heute, am 18.09., sieht man davon nix mehr.Sie können sich vorstellen, wie  perplex ich war, als die Ärzte im EK mir mitteilten dass, wenn ich ein oder zwei Tage noch gewartet hätte, sie nicht hätten garantieren können, dass der Fuß noch dran geblieben wäre und nicht hätte amputiert werden müssen. Auf jeden Fall schauten bei der Einlieferung eher ziemlich bedröppelt und resigniert. 

 

 

 

 

 

 

Foto: Anne Manthey

 

(09.07.2015) Ein Tag vor der Entlassung. Auch noch lecker, ne? Ich hätte aber nie gedacht, dass das so flott zuheilt, zumal ich doch Diabetiker bin. Habe da aber auch sehr den Ball flachgehalten und war kaum aus de, Haus, sondern habe auch knapp drei Wochen das Bett gehütet und mich von Nachbarn verwöhnen lassen. Lediglich eine Fete danach hab ich mir gegönnt. Das musste nach vier Wochen musste einfach sein. Foto: A. Manthey 
 

 

 

 

14.08.2015 Das Bild stammt zwar noch vom 14. August, doch mittlerweile ist der Fuß soweit wiederhergestellt, dass er mir als schönes Standbein dient, um dem Prosperhospital und anderen Strolchen in den Arsch zu treten. Aber so richtig. Und I´ll do my very best, Miss Sofie. Die Ärzte haben sich zum Ziel gesetzt, dass das ganze Prozedere bis Weihnachten 2014 abgeschlossen ist. Bei der Einlieferung – so sagte mir eine Assistentin – sei man von einer Heildauer von etwa einem Jahr ausgegangen. (Foto: APP) Nicht schlecht Herr Specht, ne? Denn wer hätte gedacht, dass der Flunken sich so entwickelt. Jedes Mal wenn ich zum Verbandswechsel ins Krankenhaus fahre, wundern die Ärzte bzw. deren Asssitentinnen, die mich verbinden, doch sehr, wenn sie sehen wie rasch die Genesung bei mir voranschreitet. Mit den Bauklötzen, die die staunen, könnte man Syrien und Haiti wieder aufbauen. Mindestens Ich schätze mal, ich bin 3-4 Wochen im Zeitplan voraus. Auch die Pfleger vom Pflegedienst freuen sich immer wieder, wenn sie mich verbinden dürften schließlich haben sie neben den Ärtzen und meinem guten Heilfleisch – sicherlich auch einen Anteil an der positiven Entwicklung haben. Ich sage immer so bei mir, man könnte mich ob dieser Entwicklung zum Patienten des Jahres, mindestens aber zum Patienten des Monats küren, wenn es solche Titel denn gäbe. Finden Sie nicht auch.

27 09.2015. Auch hier geht es gut voran. Habe mich schon der Krücken entledigt und laufe, wenn ich vor die Tür gehe, nur mit normalem Verbandsschuh. Werde bei der nächsten Kontrolle die Ärzte mal fragen, ob ich schon Auto fahren darf. Zutrauen würde ich es mir. Die Pfleger sind sehr zufrieden mit der Entwicklung. Ich auch.

(23. Oktober). Nach knapp vier Monaten entschloss ich mich, noch einmal im Prosper vorbei zu schauen und mich beim Pflegeteam für die tolle Arbeit und Geduld, die es während der Woche mit mir hatten, zu bedanken. Das hatte ich ohnehin schon seit einiger Zeit vor. Die Pfleger/innen tun schließlich nur ihre Arbeit und können ja nun wirklich nichts dafür, wenn die höheren Dienstgrade Podexviolinen sind. Das sagte ich ihnen auch. Und ich sagte auch, dass die Pflege gut, aber die medizinische Betreuung  Sch.... gewesen sei. Ich vernahm großes Gelächter unter dem anwesenden Pflegerinnen und musste es noch mal wiederholen, weil die Leitung beim ersten Mal nicht zugegen war. Die Pflegedienstleiterin hat sich über die Aufmerksamkeit, die ich ihnen zukommen ließ, (Gutscheine für Anwendungen auf Therapieliegen) sehr gefreut und meinte sogar, man solle mich zum Patienten des Jahres wählen, wenn es denn sowas gebe. "Gute Idee!", pflichtete ich ihr bei. Man müsste die Geschäftsleitung nur noch davon überzeugen, so einen Preis zu stiften. Jedenfalls war die Reaktion für mich ein inneres Lachsbrötchen und ging mir runter wie Öl. Ich bin da ja mal gespannt, ob das Prosper wirklich so eine Kategorie einführt. Damit der Gedanke nicht in Vergessenheit gerät, werde ich das mal im Auge behalten und selbst so eine Inititative anregen. Jedenfalls haben die PflegerInnen bestimmt nichts dagegen, wenn ich mal hin und wieder vorbeischaue und sie besuche. Ich auch nicht.

  Und liebe Doktores, merken Sie sich folgendes:

Hände falten, Köpfchen senken
und immer an Herrn Rüding denken,
der uns Arbeit gibt und Brot
und uns hilft aus aller Not!

In diesem Sinne: Wir hören und wir stören uns!